Auf zur Frankfurter Buchmesse! Dieses Jahr schaffen wir es, schon am Donnerstag Abend in Frankfurt zu sein. Wir hoffen, dass der Freitag, zumindest der Vormittag nicht so voll ist, wie am Wochenende. Mit der Straßenbahn fahren wir direkt vor das Messegelände. „Die ganze Welt der Storys“ soll sich in diesen Hallen befinden, wirbt ein Plakat zumindest vor denselben. Wir mischen uns unter das leseinteressierte Volk. Und davon ist doch eine ganze Menge vorhanden. Den Messeplan studierend stellt sich heraus, dass sich alles wieder in Halle 3 ballt. Die Verlage mit ihren Autoren und die Buchläden, eben die Aussteller, die viel Publikum anziehen. Auch wir betreten die Halle und suchen den Stand des Selfpublisher-Verbandes. Dieser wurde vor 10 Jahren von Autoren gegründet mit dem Ziel, verlagsunabhängige Autoren zu unterstützen. Als ich begann zu veröffentlichen, bin ich in den Verband eingetreten. Ihr kennt das ja, gemeinsam ist man stärker.
Da stehen wir nun, der Käpt’n und ich vor dem Stand. Viele Interessierte drängeln sich vor den Bücherregalen. Jede Neuerscheinung der Mitglieder bekommt einen Platz in dem begehrten Bücherregal auf der Messe. Ich schiebe mich zu meinem Reisebuch durch. Das steht dieses Jahr hier, leider recht weit unten. Ich pflücke es aus dem Regal und fotografiere es. Für Social media. Selfpublisher heißt auch, Marketing selber machen. Dann darf ich vor dem Plakat der Verbandseigenen Zeitschrift posieren. Einmal auf dem Titelblatt!
Nach dieser Aufregung suchen wir uns in dem Getümmel einen Kaffee. Dabei kommen wir an der großen Theaterhalle vorbei. Hierher sind die Signiertische verlegt. Das ist eine gute Idee, denn die Besucherschlangen für Autogramme sind lang. Romantasy ist angesagt. Dafür gibt es dieses Jahr sogar eine eigene Halle. Vor einem Container im Innenhof treffen wir ebenfalls auf Menschenmassen. Hier kann man durch nachgestellte Szenen aus einem Roman laufen. Vorne rein, hinten raus, Autogramm inbegriffen. Ebenfalls im Innenhof sind meterhohe Kopfhörer aufgestellt. Man kann zwischen mehreren Sprachen wählen und sich Hörbücher anhören.
Wir suchen die Storys von anderen Welten in den Hallen der internationalen Verlage. Dort wandeln wir durch Österreich, Italien und Griechenland. Ein Abstecher nach Portugal darf auch nicht fehlen. Mit schmerzenden Füßen wanken wir zurück zur Straßenbahn, erfüllt und erschlagen, gefühlt alle Storys dieser Welt besucht zu haben.

