Aber jetzt wirklich, ich spreche von einem Goldschatz. Klar ist im Übertragenen die Insel selber ein Schatz. Die Göttin Venus hatte doch der Legende nach sieben Perlen ihrer Kette ins Meer fallen lassen. Daraus bildeten sich sieben Inseln. Die größte davon ist Elba. Und eine weitere die Granitinsel Montecristo.
Der Schriftsteller Ferruzzi hat auf Elba die alten Einwohner nach Legenden befragt und ein Buch darüber verfasst. Einer der Alten auf Elba berichtete, dass es einen Mönch gab, der aufgeschrieben habe, dass um das Jahr 1000 ein Buch gefunden worden sei, in dem gestanden habe, dass sich unter dem Altar in Montecristo ein Schatz befinden sollte.
Daraufhin seien von Korsika Schatzsucher nach Montecristo gefahren, sie haben alles umgegraben, aber lediglich Töpfe und Krüge voller Asche gefunden.
Ob der Mönch Recht hatte? Jedenfalls lebten Mönche auf Montecristo.
Der erste kam im 6. Jahrhundert auf die Insel. Mamiliano, der Bischof von Palermo suchte hier Zuflucht. Er musste vom Festland fliehen. Doch bevor er sich hier niederlassen konnte, musste er den Feuerspeienden, Inseldrachen besiegen, so heißt es. Mamiliano kämpfte und siegte. Er fand eine Süßwasserquelle und machte es sich in der Grotte bequem. Die ist heute noch zu besichtigen. Der Mönch gab der Insel den Namen: Mons Christi, der Berg Christi.
Mamiliano soll den legendären Schatz versteckt haben: den Tesoro di San Mamiliano.
1846 schrieb dann Alexandre Dumas seinen Roman: Der Graf von Monte Christo, in dem es darum geht, dass auf der Insel Montecristo tatsächlich ein Schatz gefunden wird.
Man kann sich vorstellen, dass sich eine Menge Schatzsucher auf den Weg zu dieser kleinen Insel machen.
Später ist dann tatsächlich ein Schatz gefunden worden. Sogar unter dem Altar von Mamiliano. Aber in Sovana, nicht auf Montecristo. 2004 sollen Archäologen einen Schatz aus dem 4. und 5. Jh. unter dem Altar gefunden haben. Man kann ihn im Museum in Sovana auf dem Festland bewundern. Er enthielt fast 500 Goldmünzen. Das Museum bewahrte nur einen Bruchteil der Goldmünzen, die restlichen liegen in Florenz unter Verschluss. 2019 gelang es Dieben, diesen Schatz aus dem Museum in Sovana zu stehlen.
So ist das mit den Schätzen. Vielleicht liegt er noch immer versteckt auf der Insel. Heute ist sie aber ein besonders geschütztes Naturschutzgebiet. Man kann sie nur unter strenger Aufsicht betreten. Als einer der Besucher vom Weg abgekommen war, um auf Schatzsuche zu gehen, wurde er umgehen festgenommen.